Ausflüge in die Umgebung
Apulien, sanft ins Meer hineinragend, Halbinsel einer Halbinsel, Land zwischen zwei Meeren, überzogen von einem Netz maritimer und terrestrischer Wege. Seit Jahrhunderten begrüßen wir jene, die durch unsere Gegend kommen, immer bereit, denen die Hand zu reichen, die Hilfe brauchen. Stellen Sie sich also vor, was für ein "Willkommen" wir unseren Gästen entgegen bringen, Menschen, die herkommen, um die Schönheit unserer Region zu genießen.
Lecce, Hauptstadt des Barock, das Florenz Apuliens, verfügt über Bauwerke großer und einmaliger Eleganz: man muß nur den abwechslungsreichen Wegen durch die barocke Stadt folgen, die sich von der Porta Rudiae aus verzweigen, um zur Basilika S. Croce zu gelangen, zum Domplatz, den Kirchen S. Nicolò und S. Cataldo (in Auftrag gegeben von Tancredi), zu S. Matteo e del Rosario (auch bekannt als S. Giovanni Battista), zum Amphitheater Flavio oder dem ehemaligen Regierungspalast, dem heutigen Sitz der Provinzverwaltung. In den barocken Kirchen herrschen Flachreliefs vor, die aus dem äußerst weichen lecceser Tuffgestein gefertigt sind.
Otranto, das antike Hydruntum, liegt nahe dem östlichsten Punkt Italiens. Lange war es das wichtigste Handelszentrum des Salento und Ausgangspunkt der Kreuzzüge. Dieser Bedeutung setzten die Osmanen 1480 ein Ende, als sie die Stadt nach 14-tägiger Belagerung einnahmen. Wegen seiner vielen kleinen Strände, seines historischen Stadtkerns mit den vielen kleinen Gässchen und Geschäften und wegen des majestätischen Schlosses Aragon nennt man Otranto auch die "Perle des Salento".
Die Befestigungsanlage umgibt ein breiter Wassergraben. Der Eingang ist zur Stadt hin ausgerichtet, ein großer Aussichtspunkt zum Meer. Die runden Türme und die fast völlig erhaltenen Mauern geben einen Einblick in die gesamte Verteidigungsanlage. Über pittoreske Gässchen erreicht man die Kathedrale dell'Annunziata mit ihren wunderschönen barocken Verzierungen und ihrer 16 - strahligen, feinst ausgearbeiteten Rosette über dem Portal. Innen ist das herrliche Bodenmosaik zu bewundern, das einen riesigen Lebensbaum darstellt.
Gallipoli - schöne Stadt vom griechischen kalè pólis - ist die Königin des unteren Ionien mit einer antiken Vorstadt auf einer kleinen Insel. Die schönen Kirchen blicken auf das kristallklare Meer, ihre Fassaden aus lokalem Sandstein verfärben sich in den wunderschönen Sonnenuntergängen. Sehenswert sind die Kathedrale S. Agatha und die Kirche S. Francesco di Assisi, die das "Malladrone" beherbergt, ein barockes Kruzifix aus Holz. Das Castello Aragonese erhebt sich majestätisch neben dem Fischmarkt. Der 1547 restaurierte "griechische Brunnen" datiert in Wirklichkeit aus der römischen Zeit. Er besteht aus zwei Hochreliefs mit Szenen aus der klassischen Mythologie.
S.M. di Leuca ist der äußerste Zipfel der Halbinsel Salento, an dessen Punta Ristola das adriatische und das ionische Meer zusammentreffen. Hier erhebt sich der mächtige Leuchtturm 47 m über seinen Sockel und 102 m über den Meeresspiegel. Sein Licht ist 26,5 Meilen weit sichtbar. Die Wallfahrtskirche Santuario della Madonna, auf den Ruinen eines Minerva-Tempels errichtet, wurde viele Male zerstört und wieder aufgebaut. Seine geographische Lage hat ihr den Namen "Finibus Terrae" eingebracht (Ende der Welt), in Analogie zu einem Kult-Ort im äußersten Westen der Bretagne. Sehenswert ist der monumentale Wasserfall, der als Abschluß des apulischen Aquädukt - Systems (das größte Europas) konstruiert ist, bestehend aus zwei Treppen mit je über 300 Stufen, die den Hafen mit der Wallfahrtskirche Santuario della Madonna verbinden.